Geschichte

Die heute als „Bärenzwinger“ bezeichneten Bauten wurden von Caspar Voigt von Wierandt zwischen 1519 und 1521 errichtet und im Zuge der Nordosterweiterung der Dresdner Stadtbefestigung (Bastion Venus / Jungfernbastion) durch den in Nürnberg geborenen Tischler und Schraubenmacher Paul Buchner (1531-1607) von 1590 bis 1592 erweitert. (Anmerkung: Laut verschiedenen Veröffentlichungen begann der Bau der Festung zwar 1519, der Ausbau durch Caspar Voigt von Wierandt erfolgte jedoch erst ab 1546.)

Die Bezeichnung „Bärenzwinger“ geht auf Begriffe des Festungsbaus zurück: „Batardeau“ (Abdämmung/Schleusendamm) wurde zu „Bär“ und „Zwinger“ bezeichnet den Gang zwischen innerer und äußerer Grabenmauer – also „Zwinger am Bären“. Pelzige Raubtiere der Familie Ursidae hielten sich hier nachweislich nur im Jahre 1993 anlässlich einer Party auf und haben nichts mit dem Namen zu tun. Während die innere Stadtmauer gut erhalten ist, sind von der äußeren Grabenmauer nur noch Rudimente sichtbar.

Die Anlage des Bärenzwingers diente dem Schutz des Schleusendamms, der den Stadtgraben vom Elbstrom trennte. Davon zeugen die Kanonenöffnungen, durch deren eine man heute den Studentenklub betritt. Der Bereich vor dem Bärenzwinger wurde später als Gondelhafen genutzt, 1856 zugeschüttet und als Parkanlage gestaltet.

Infolge des Fortschritts der Waffentechnik verlor die Festung ihre militärische Bedeutung und so gelangte der elbwärtige Teil der Anlagen durch Schenkung in den Besitz des sächsischen Premierministers Heinrich Reichsgraf von Brühl (1700-1763), der sie 1748/49 zu einer Gartenanlage umgestalten ließ. Auf Befehl Napoleons begann 1809 die Festungsschleifung, mit dem anfallenden Schutt wurden die unterirdischen Kasematten verfüllt.

Im 2. Weltkrieg wurden die Gewölbe noch als Luftschutzräume genutzt.


Der „Studentenclub Bärenzwinger“ in seinen historischen Gewölben gilt als einer der schönsten Clubs in Dresden und verbindet Studentenkneipe mit Kulturbetrieb.

Mitte der sechziger Jahre wurden Architekturstudenten der TU Dresden auf der Suche nach Räumen für eine Begegnungsstätte im Bereich der alten Festung fündig. Mit Unterstützung der Studentenschaft wurden die Gewölbe in tausenden freiwilligen unentgeltlichen Stunden von Schutt befreit und ausgebaut. Am 15. Juni 1968 nahm der „Studentenclub Bärenzwinger“ in den „Kleinen Tonnen“ und dem Innenhof den Kulturbetrieb auf.

1986 wurde die „Große Tonne“ als Veranstaltungssaal eingeweiht und aus dem Architektenklub wurde ein „Zentraler FDJ-Studentenclub der TU Dresden“.

Seit 1990 befindet sich der Club in der Trägerschaft eines gemeinnützigen Vereins. Das inzwischen nicht nur Studenten offenstehende Kulturzentrum besuchten jährlich ca. 150.000 Jugendliche. Alljährliche Höhepunkte sind der Frühschoppen am 1. Mai, das Dresdner Dixielandfestival sowie der „Dresdner Weihnachtsmannsackhüpfstaffelmarathon“, ein Staffellauf als Weihnachtsmann verkleideter Studenten im Sack.

Am 1. Juni 2000 musste der Studentenklub seine „Große Tonne“ – wie zuvor schon den Kanonenhof – nach einem verlorenen Rechtsstreit an die Evangelisch-Reformierte Gemeinde abgeben, die darüber ein Altenheim betreibt. Damit sank die Kapazität von 500 auf 299 Gäste.

Die große Flut von 2002 suchte auch den Club heim, dank der Initiative der Mitglieder und Freunde des Bärenzwingers und mit Unterstützung zahlreicher Spender und des Freistaats Sachsen wurde der Betrieb im April 2003 im erneuerten Club wieder aufgenommen.